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Warum ich mich selber „fett“ nenne… – Schönste Tunika

Es begann nach meinem Schulabschluss, ich wechselte auf die höhere Handelsschule, um mein kaufmännisches Abitur zu machen. Auf der neuen Schule kannte ich nicht mehr als zwei Personen und auch sonst war der Freundeskreis da nicht sehr groß. Es war eine Herausforderung einen Anschluss zu finden und sah das Problem zunächst nicht in meinem Aussehen. Von der Gesamtschule zur Kaufmannsschule war damals auch ein Schichtwechsel. Miss Sixty Jeans passten nicht und einen Audi A4 sein eigens Nennen war definitiv nicht drin. So dachte ich, ich sei einfach nicht auf der Wellenlänge mit diesen Leuten.
Eines Tages kam ich aus dem Klassenraum die Treppe runter in den Pausenraum zu einer Gruppe aus meinem Jahrgang. Nett grüßte ich, mit einem Lächeln auf den Lippen das bald schon einfror. Denn statt mit einem Hallo entgegnete mit der Klassenclown mit „ACHTUNG! Deutsche Panzer rollen wieder.“ Und die ganze Gruppe brach in Gelächter aus. Obwohl es im ersten Moment wehtat, entgegnete ich schnell mit „Wow. Schön das Dir aufgefallen ist, dass ich fett bin, hab leider keinen Spiegel zu Hause, ohne Dich hätte ich niemals die Erkenntnis gehabt.“ Das Gelächter starb und ich ging erhobenen Hauptes weiter.
Erst als ich es aussprach, wurde mir klar, was ich da gerade sagte und der anfängliche Schmerz entwickelte sich zu einem Bewusstsein.

Lass Dich nicht als Instrument benutzen damit andere ihr Selbstbewusstsein steigern.

Der Inhalt dieses Satzes wurde zu meinem Mantra. Das Umdenken begann und mit dem Verständnis, warum Menschen mich beleidigen und über mich witzeln, ließ es sich wunderbar leben. Diese Menschen nutzen Worte um Dich zu kränken, Dein Selbstwertgefühl zu senken. Sie steigern dadurch Ihr eigenes Selbstwertgefühl, indem sie versuchen, Deines zu zerstören. Lass Dich nicht als Instrument benutzen damit andere Ihr Selbstbewusstsein steigern. Mit der Übernahme des Wortes fett in meine Adjektiv-Liste über mich selbst, demobilisiere ich eine Waffe (das Wort), welches mir gesundheitlich (psychisch) Schaden zufügen könnte. Ein gibt Worte die jahrelang eine gute Bedeutung hatten, mit denen niemand etwas Negatives verbunden hat. Also können auch Worte, die negativ behaftet sind, zu Worten mit gar keiner emotionalen Verbindung werden.
Mein Umdenken hat vor 15 Jahren begonnen und ich begegne immer wieder Menschen, die sich durch meine Ansicht unwohl fühlen. Darüber sogar pikiert sind. Wie ich es nach dem Veröffentlichen des Artikels:  fett sein ist wirklich nicht das Problem erfahren habe. Dünne Menschen, als auch dicke Menschen die fett lieber als korpulent oder übergroß bezeichnen möchten, ich möchte nicht, dass ihr euch unwohl fühlt, sondern mit mir darüber hinwegseht. Als ich In Fat Style als Plus Size Blog gestartet habe, wählte ich das Wort FAT mit der Intuition so vielen Menschen wie möglich die Angst vor diesem Wort zu nehmen und zu zeigen das fett (FAT) nichts Schlimmes repräsentiert.

Es ist nur ein Wort…

Kennst Du den Film Pitch Perfekt, in dem sich Amy bei den Chearleadern als Fat Amy vorstellt? Auf die Frage warum, entgegnet sie „Ja, sonst tut Ihr ausgehungerten Schlampen das hinter meinem Rücken.“ Mal abgesehen davon das sie schlanke Frauen bodyshamed, das ist nicht okay. Sagt sie es mit so einer Leichtigkeit und Gleichgültigkeit und so tue ich es auch. Dafür musste ich aus meiner Komfort Zone raus und mich selbst fett nennen. Seit dem Moment vor 15 Jahren lebt es sich leichter. Wenn ich mich selbst als fett bezeichne, dann lässt es mich auch klarer sehen, wer und wie ich bin. Es gibt Tage, an denen ich mich hässlich fühle (so wie hier), auch dann ist es für mich keine Beleidigung, sondern eine Tatsache. Fett ist der Körper, den ich gerade habe und mit dem ich lebe. Wenn ich es ausspreche und mir immer wieder vor Augen führe, dann fühle ich es auch. Der Körper ist fett, meine Kleidung hat Stil. Ich bin fett. Ich habe Stil. Ich bin IN FAT STYLE!

Wie stehst du zu dem Wort? Wenn Dir dieser Artikel gefällt dann würde ich mich übers Teilen freuen. Vielen Dank!

 

Zum Outfit

Manchmal muss es einfach bequem und schön sein und für diesen Fall suche immer nach bequeme Kleidung, die im Handumdrehen einen schönen Look zaubern, wie dieses Etuikleid welches ich als Tunika trage. Leider arg zerknittert nach der Autofahrt, aber trotzdem eine wunderschöne Tunika in Jeans-Optik. Die weiße Stickerei und der hohe Kragen, der im Nacken zu einer Schleife gebunden wird, haben es mir am meisten angetan. Zur weißen Hose und den Calvin Klein Ballerinas ein schöner lässiger Look, der sich wunderbar im Alltag tragen lässt. Die Bilder haben wir an einem kleinen Straßencafe mit dem Namen make a break in Essen aufgenommen. Herzlichen Dank an die Besitzerin, die uns hat gewähren lassen.

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6 Comments

  • Zhunami

    20. September 2017 at 14:48

    Das ist echt eine gute Idee. So nimmt man Leuten, die über einen lästern, direkt den Wind aus den Segeln. Wenn du dich selbst fett nennst, dann können sie dich dabei nicht mehr beleidigen. Ich finde das super, es sollten viel mehr Leute diese Einstellung vertreten.

    Antworten
  • Hausmutter

    26. September 2017 at 19:31

    Hach ja, diese tollen „Umschreibungen“ 😀 Mich nennt man auch gerne „fülliger“ und bei „korpulent“ muss ich immer an heftige, alles mit sich reißende Unwetter denken. Mein bevorzugtes Wort ist „dick“ da ich „fett“ in erster Linie mit der Beschreibung einer Konsistenz in Verbindung bringe aber beide Begriffe stören mich nicht. Mich stören eher die höflichen Umschreibungen. Ich bin dick! Das ist eine Tatsache die man auch so benennen darf. Es sind doch nur Wörter die ein einziges, optisches Merkmal beschreiben und sonst nichts.
    LG

    Antworten

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